Schlesien

Verwaltungshauptstadt:    Breslau

Breslau   470.751  Einwohner    - 1905 = 6. Platz der größten Städte des Deutschen Reichs.
Größe:             40.319,2 km² Etwa wie Dänemark, 
o. die Niederlande
    33.400,0 km²  An Polen
Einwohner:       4.935.823 < 3 Mio. Vertrieben, 
0,5 Mio. getötet
Bevölkerungsdichte:        122,4 / km²

                        


(Farbig dargestellte Bereiche markieren die 1922 (widerrechtlich) abgetrennten Gebiete.)

       
Religion:                       55 % katholisch, 45 % protestantisch.
 

Bevölkerungsentwicklung
3.707.167 (1871)
3.843.699 (1875)
4.007.925 (1880)
4.668.857 (1900)
4.869.512 (1939)

Ab 1865 starke Zuwanderung von Polen.

 

Schlesien in den Grenzen von 1937:

33 Theater mit 29.570 Plätzen
3 Rundfunksender
196 Tageszeitungen mit 42 Nebenausgaben

 

Natürliche Gebiete:

1. Die Tieflandsbucht
2. Die Sudeten (Riesengebirge mit Isergebirge) und Glatzer Gebirge.
3. Der südliche Höhenzug

Gewässer:           Oder und ihre Nebenflüsse, Klodnitz - Kanal.

Klima: Die Mitte zwischen der Rheinprovinz und den nordöstlichen Provinzen.

Bewohner:

·        Die deutsche Bevölkerung (ca. 4 Millionen) ist hauptsächlich aus Vermischung der Oberdeutschen entstanden. Die Thüringer haben ihren Dialekt auch hierher getragen, so dass die schlesische Mundart als Form der thüringischen erscheint.

·        Über eine Million Polen leben hauptsächlich im östlichen Teil der Provinz, außerdem noch 60.000 Mähren und 24.000 Wenden (in der Oberlausitz).

Wirtschaft:

·        Landwirtschaft: Die Provinz ist ausgezeichnet durch einen hoch entwickelten Ackerbau. Seine Grundlage bilden die Lößböden. Mittelschlesien von Oppeln bis Liegnitz ist die schlesische Kornkammer, erzeugt aber nicht bloß Getreide, sondern auch Flachs, Tabak und Zichorien dazu große Mengen Zuckerrüben. Der Weinbau bei Grünberg ist der nördlichste der Erde. Schlesien steht mit seinem Großgrundbesitz an dritter Stelle in Preußen (Pommern 64 %, Posen 58 %, Schlesien 51 %). Es ist die Provinz mit den größten Besitzungen, von denen manche größer sind als einige deutsche Kleinstaaten.

·        Bergbau: Die Provinz ist ungewöhnlich reich an Steinkohlen und Erzen (Oberschlesische Platte und Waldenburger Bergland), ebenfalls finden sich Braunkohlevorkommen. Zahlreich sind auch die Kalkstein-, Marmor-, Granit und Basaltsteinbrüche. Im Hügelland finden sich mehrfach Töpfertone und Porzellanerde, sowie Quarz- und Quarzlande für die Glaserzeugung.

·        Industrie ist hervorragend. In erster Linie die Webe-Industrie. durch Flachsanbau am Gebirgsrand und Schafzucht in der niederschlesischen Heide. Dementsprechend ist die Weberindustrie des Gebirgsvorlandes überwiegend Leinenindustrie (Hauptsitze Reichenbach, Langenbielau, Schweidnitz, Striegau, Waldenburg, Landshut, Hirschberg, Lauban, diejenige Niederschlesiens Tuchweberei (Grünberg, Sprottau, Sagan und das Oberlausitzsche Görlitz. Der Hauptsitz der Metallindustrie ist die Oberschlesische Platte, aber auch Breslau, Görlitz u.a. Städte haben bedeutende Eisenindustrie. Die Zahl der Zuckerfabriken wird nur von der Provinz Sachsen übertroffen. Durch Tonfabriken ist Bunzlau berühmt. Glasfabriken hat allein der Kreis Liegnitz über 20. Zahlreiche Mineralquellen, am bekanntesten sind Warmbrunn, Salzbrunn, Reinerz und Landeck.

·        Handel war seit jeher hervorragend. Die Hauptplätze sind Breslau, Liegnitz und Görlitz.

                                         

Oberschlesien

 15 Hüttenwerke erzeugten im Jahr 2,4 Mio. Tonnen Stahl

 

104 Kohlegruben förderten pro Jahr 95 Mio. Tonnen Steinkohle
 Am 21.9.1796 der erste Hochofen Europas (in Gleiwitz)
17 % der Weltproduktion an Rohzink