Rathay-Biographien. Oberschlesien.

O b e r S c h l e s i e n

Rathay-Biographien: Persönlichkeiten aus Schlesien 
Die Oder
Hindenburger Heimattreffen
Internierung Deutscher Zivilisten (Dr. Pavel M. Polian)

 

http://www.wprost.pl/ar/?O=12571&pg=0

http://pl.wikipedia.org/wiki/Obóz_NKWD_w_Toszku

http://www.raportnowaka.pl/news.php?typ=news&id=187&page=3



  Nobelpreisträger aus Schlesien 
  Schlesier in Straßennamen in Berlin 
  Schlesier in Buffalo USA 
  Dozenten der Mathematik an der Berliner Uni

  Kulturpreis Schlesien des Landes NdS   
  Schlesien einige Daten

  

  Inflationsgeld

  Pochodzenie = Abstammung
 

"Viele Gedanken können verdrängt werden, zeitweise auch der Gedanke an die Heimat, aber eines Tages wird die Erinnerung an die Heimat, die Sehnsucht nach der Heimat wieder mit urwüchsiger Gewalt hervorbrechen"
Joseph von Eichendorff

Begriffe:

Autochthon = Ureinwohner = die Deutschen in Schlesien

Repatriant = Auswanderer, der zurück gekehrt ist.

 

Wincenty Pstrowski,  Sozialistischer 
"Held der Arbeit"

S k l a v e r e i

Nach der Vertreibung der einheimischen Bevölkerung aus Oberschlesien, mussten die freigewordenen Wohnungen und Häuser und Bauernhöfe, mit neuen Bewohnern, Zuwanderern, besiedelt werden. Dazu wurden großartige Rückführungsaktionen für Repatrianten (Rückkehrer nach mehrjährigem Auslandsaufenthalt) gestartet. Es handelte sich um Polen, die vor Jahrzehnten in den Westen ausgewandert waren. Vornehmlich nach Frankreich sowie nach Belgien. Die polnischen Behörden haben Werber in die Bergbaugebiete Frankreichs und Belgiens geschickt.

Allen Repatrianten wurden von den Werbern voll funktionierende Bauernhöfe von vertriebenen Deutschen, mit gefüllten Kornspeichern sowie mit Kühen und Pferden im Stall zugesagt.

Es war Betrug, denn für alle gab es das nicht. Die Vorräte waren längst aufgebraucht, die Tiere aufgegessen. Einige waren sehr verbittert, aber ein Zurück gab es für sie nicht. War eine ausgesuchte Wohnung/Bauernhof noch mit Deutschen belegt, wurden diese in extra dafür eingerichtete Lager verfrachtet. Es gab mindestens 2.500 dieser Lager, die oft Todeslager gewesen waren. Bei bestimmten Lagerkommandanten konnte man auch von Vernichtungslagern sprechen, vom Holocaust an der deutschen Bevölkerung.

Die zweite Gruppe der Siedler umfasste die vertriebenen Polen aus den polnischen Ostgebieten. Wie bekannt, hat Stalin Polen nach Westen verschoben. Natürlich hat Stalin mehr im Osten von Polen abgeschnitten, als im Westen dazugegeben. Die Staatsgrenzen Polens waren nach dem Krieg ca. 500 km kürzer, als vor dem Krieg. Die dritte Gruppe der Zuwanderer bildeten verarmte Polen aus dem Hinterland, sowie "verdiente" Partisanen und Parteifunktionäre, die großzügig belohnt worden waren. Belohnt mit Posten und/bzw. mit den Deutschen geraubtem Hab und Gut.

Einer dieser Repatrianten aus Belgien (in Belgien 1928 bis 1946) war obiger Vinzenz Pstrowski. Er hatte sich missbrauchen lassen - er hatte aber mitgemacht. Ich klage ihn an, mitschuldig zu sein an Tod und Krankheit zehntausender Schlesier. 

Es war ein ausgemachter Schwindel mit der Übererfüllung der Arbeitsnorm um 1.300 %. (In der DDR hat es zum 17.Juni geführt!) Trotzdem wurden wir an dieser Norm gemessen. Es hieß, doppelte Arbeit, für die Hälfte des Lohnes. Viele von unseren Leuten sind an dieser Arbeits-Norm zugrunde gegangen. Hinzukam, dass die Versorgung mit Lebensmitteln sehr schlecht war. 

Ein "typischer Einkauf" aus diesen Tagen: 100 gr. Margarine, 50 gr. Marmelade, 100 gr. Zucker und 3 Zigaretten. Gegessen wurden Pellkartoffeln mit dem Wasser von eingelegten Heringen.  Oder Brot mit Maggi beträufelt.

Eine 6 Tage Woche zu 8 Stdn täglicher Arbeitszeit war vorgeschrieben. Die Betriebe haben Abteilungen "Arbeits-Disziplin" geführt. Wer drei Tage im Monat gefehlt hatte, wurde vor Gericht angeklagt und abgeurteilt, "wegen Bummelantentum". Die Abgeurteilten wurden am Pranger mit Bild und voller Adresse ausgestellt.

Die Betriebe hatten einen eigenen Betriebsarzt, der die strikte Anweisung hatte, nicht mehr als die ihm zugewiesenen Fehlzeiten wegen Krankheit pro Jahr zuzulassen. Hatte dieser Arzt dagegen verstoßen, wurde er entlassen. Das führte dazu, dass so mancher von uns mit Fieber und Schüttelfrost in die Grube einfahren musste.

Wer ernsthaft erkrankte, der musste seine 7 Tage Tarifurlaub für die Gesundung verwenden. Gegen Jahresende war die Chance krankgeschrieben zu werden größer, als zum Jahresbeginn. Kam es zu Beginn des Jahres zu einem dieser spektakulären Grubenunglücke, die relativ häufig vorkamen, unsere Grube war die tiefste und gefährlichste des gesamten Bergbaus, die Sicherheitsvorkehrungen schlecht bzw. gar nicht vorhanden, auch wegen der hohen Arbeitsnormen, so war die Chance krankgeschrieben zu werden gleich Null. Für den Samstag wurde später ein 6 Stdn Arbeitstag eingeführt. Von uns Schlesiern hat man aber verlangt, 8 Stdn zu arbeiten und diese zwei Stdn für den Wiederaufbau von Warschau zu spenden. 
Es gab leider Nachahmer. So war Jan Gaworek, mit Emil Mosko am 1.5.54 auf 540 % der Arbeitsnorm gekommen. Das hatte zur Folge, dass die allgemeine Arbeitsnorm entsprechend für alle wieder erhöht wurde. Wir Schlesier, die Autochthonen, waren Arbeitssklaven und Gefangene des polnischen Staates.

Vae Victis!

 

 

Wehe den besiegten! (Titus Livius)

Vinzenz Pstrowski

Englisch:

There were some spectacular actions especially in late forties and early fifties to improve the work efficiency. The communists were looking for young, healthy, strong and indoctrinated men and women who would follow an example of Aleksei Stachanov. Stachanov was a famous Soviet miner who initiated socialistic working competition in 1935. Stachanow was achieving incredibly high production figures. He was considered a communistic hero. "Many years later, Soviet authorities admitted that Stachanov was assisted by a team of miners when he performed his heroic feats. Workers who were following Stachanov example exceeding the norms many times were called Stachanov workers." 

Polish equivalent of Stachanov was Wincenty Pstrowski, a miner who initiated the socialistic competition in 1947. While Stachanov lived over 70 years, Pstrowski died from leukemia a year later, in 1948.

 

Polnisch:

Wincenty PSTROWSKI, urodził się w 1904. Górnik, od 1928 pracował w kopalniach w Polsce i Belgii. Powrócił do Polski w 1946 r. Członek PPR. Pracując jako rębacz w kopalni „Jadwiga” 27 lipca 1947 ogłosił list otwarty do górników, wzywający do współzawodnictwa pracy i przekraczania norm. Ogłoszony przez propagandę komunistyczną jako pierwszy „przodownik pracy”. Zmarł w 1948 r.
Niewielu było w muzeach przodowników pracy, choć komunistyczna propaganda zapowiadała "eksponowanie rewolucyjnych przykładów pracy". W tej nielicznej grupie znaleźli się przede wszystkim sztandarowi przodownicy: Bugdoł, Sołdek oraz Pstrowski z hasłem - "Kto wyrąbie więcej niż ja?". Wyrąbał niewiele, bo zmarł na pylicę w niecały rok po podjęciu zobowiązania. (aus: http://www.nowe-panstwo.pl/archiwum/nr17-18/glowna/his_cola.htm)

Czołowy rębacz chodnikowy kopalni "Pstrowski", Jan Gaworek, wraz z ładowaczem Emilem Mośko wykonali po raz drugi zadania sześciolatki jako pierwsi górnicy w przemyśle węglowym. W czynie produkcyjnym na cześć 1 Maja w 1954 roku osiągnęli 540% normy w ciągu dniówki. Węgiel wydobyty w tym dniu przez Gaworka i Mośkę wystarcza na wyprodukowanie około 36 ton żelaza
Trwa walka o rytmiczne wykonywanie

                                

Philip Ther: (Auszug)

Die These von der Besiedlung der wiedergewonnenen urpolnischen Westgebiete stand seit 1945 ganz oben auf der politischen Agenda der polnischen Politik. Da die Zahl der Repatrianten nicht ausreichte, um die von Deutschen verlassenen Räume zu besiedeln, wurden auch Umsiedler aus Zentralpolen herangeführt. Bis heute spürt man diese nicht konfliktlose Zusammensetzung der jetzigen Bevölkerung. Relativ früh waren die politisch Verantwortlichen von der Endgültigkeit der neuen Grenze überzeugt, der Begriff Vertriebene war deshalb politisch nicht opportun. Vertriebene wurden zu Umsiedlern, die Vertriebenenproblematik zur sozialen Frage, die in wesentlichen Bereichen mittels der Bodenreform gelöst werden sollte. Bereits Ende der vierziger/Anfang der fünfziger Jahre war nach offiziellen Bekunden die Umsiedlerproblematik gelöst. Das dritte Kapitel behandelt das Verhältnis der Vertriebenen in beiden Ländern zu anderen Bevölkerungsgruppen, in der SBZ/DDR zu den Einheimischen. Eine flächendeckende große Solidarität gab es mit Ausnahmen nicht. Ther bringt schlimme Beispiele radikaler Ablehnungen. In der Schlussbetrachtung untersucht der Autor den unterschiedlichen Grad der Integration der Vertriebenen Mitte der fünfziger Jahre in die Gesellschaften der DDR und Polens. Er berücksichtigt verstärkt die Entwicklung in der Bundesrepublik schon wegen des hohen Anteils von Vertriebenen am Flüchtlingsstrom aus der DDR. Den zeitlichen Endpunkt 1956 begründet Ther mit der Rede Chruschtschows auf dem zwanzigsten Parteitag der KPdSU, die eine historische Zäsur darstellte.

Umfangreiche deutsche und polnische Literatur, neu entdeckte und bisher nicht ausgewertete polnische Quellen sowie ein überdimensionaler Anmerkungsapparat sind eindrucksvolle Belege für die große Fülle an Aspekten und Fakten, die die Arbeit bietet. Dem Leser wird schnell deutlich, dass die bei vielen deutschen Vertriebenen vorhandene Hoffnung auf eine Rückkehr in die Heimat eine tragische Illusion war, die Inszenierungen der Vertreibungen der Polen und der Deutschen zielten 1944 1946 auf endgültige Regelungen.

Zur Quintessenz des Inhalts gehört die Frage, ob sich aus den Vertreibungen infolge des Zweiten Weltkrieges Erkenntnisse für die heutige Balkanpolitik ergeben. Das ist für jeden Leser empfehlenswert, der sich mit dem Phänomen von Vertreibung als Mittel der Politik im 20. Jahrhundert beschäftigt.

Philip Ther:

Deutsche und polnische Vertriebene. Gesellschaft und Vertriebenenpolitik in der SBZ/DDR und in Polen 19451956.

Vandenhoeck [amp ] Ruprecht Verlag, Göttingen 1998; 382 S., 74,

http://pogranicza.szczecin.art.pl/piskorski.htm
 
http://sga.euweb.cz/clanky/ther-002.htm

http://sga.euweb.cz/debata/pankova-002.htm

 

Vor dem Woiwodschaftsgericht in Oppeln wurde am Freitag, dem 27. Januar 2001, der Mordprozess gegen den ehemaligen Kommandanten des Aussiedlungslagers Lamsdorf, Czeslaw Geborski, eröffnet. Die Bezirksstaatsanwaltschaft beschuldigt den heute 76jährigen der geistigen Urheberschaft von 48 Fällen von Totschlag zu tragen.  

Das Aussiedlungslager Lamsdorf wurde vom Landrat des Kreises Falkenberg auf der Grundlage der Verordnung Nr. 88 des Woiwoden General Aleksander Zawadzki vom 18. Juni 1945 eingerichtet, um die für die Vertreibung vorgesehene oberschlesische Bevölkerung für den Abtransport zu sammeln. In der Verordnung heißt es, dass bei Ankunft eines „Repatrianten“ oder Siedlers der betreffende Deutsche oder die deutsche Familie in ein Lager abzuschieben seien, um für die ankommenden „Repatrianten“ und Siedler Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Das Lager Lamsdorf wurde im Juli 1945 - Wochen vor den Potsdamer Beschlüssen - eingerichtet. Aus 30 Dörfern des Kreises Falkenberg sind Oberschlesier unter Zwang dorthin verbracht worden, deren Häuser und Bauernhöfe wurden konfisziert. Staatsanwalt Kula sieht es als erwiesen an, dass die Lagerinsassen unter ihren Kommandanten Geborski brutalste Gewalt zu erleiden hatten. Es fehlte an Medikamenten, das Essen war schlecht und dürftig. Wiederholt habe Geborski seine Wachmannschaft, die einen permanenten Alkoholkonsum pflegte, zu Gewalttaten animiert. Mindestens anderthalb tausend Oberschlesier starben.

Dem Beklagten wird die Ermordung von mindestens 48 Lagerinsassen am 4.10.1945 zur Last gelegt. Damals kam es im Aussiedlungslager zum Brand einer Baracke. Die Wachmannschaft forderte Internierte zum Löschen des Brandes auf und schoss während der Brandbekämpfung wahllos auf die Menschenmenge ein. Der damals einundzwanzigjährige Kommandant habe diesen Brand, so Kula, von langer Hand vorbereitet. Auf seinen Befehl hin mussten am Tag zuvor Gefangene eine große Kuhle ausheben, die Stunden später zu ihrem eigenen Massengrab werden sollte. Die Baracke sei von den Lageraufsehern oder von Geborski persönlich angesteckt worden. Schließlich habe er der angetrunkenen Wachmannschaft auch den Schießbefehl erteilt. Er selbst habe Menschen während des Löschens erschossen, führte der Staatsanwalt in seiner anderthalb Stunden dauernden Begründung der Anklage aus.

Der Beschuldigte musste sich drei Stunden lang den Fragen der Bezirksrichter stellen. Er verneinte jegliche Schuld und Verantwortlichkeit an den ihm zur Last gelegten Straftaten. Er sei kein Krimineller und habe nie den Befehl erteilt, jemanden umzubringen. Am besagten 4. Oktober sei er nicht im Lager gewesen, sondern zu Gesprächen beim Sicherheitsdienst in Falkenberg. Angehörige der Wachmannschaft berichteten ihm später, dass die Gefangenen einen Ausbruch versucht hätten und dazu die Baracke in Brand gesteckt hätten, um die Aufseher abzulenken. „Ich bin absolut unschuldig“, betonte Geborski mehrmals. Hinter den Anschuldigungen sieht er "deutsche Revanchisten" und die "Fünfte Kolonne", die immer noch hier in diesen Gebieten lebt. Die Vorwürfe entsprängen einer "deutschen Suggestion", die das Buch "Die Hölle von Lamsdorf" des Lagerarztes Heinz Esser ausgelöst habe. Dessen Schilderungen seien an den Haaren herbeigezogen. Tatsächlich habe Esser für sein Buch Berichte des polnischen Arztes Dr. Olcha verwendet. Olcha, der mit Esser in Falkenberg und Lamsdorf mehrmals zusammentraf, habe ihm von dessen grausamen Erlebnissen in deutschen Lagern zwischen 1939 und 1945 erzählt. "Mein Lager", führte Geborski weiter aus, sei im Vergleich zu Essers Lagerbericht tatsächlich "eine Sommerresidenz" gewesen.

Czeslaw Geborski, dessen Bruder von Wehrmachtssoldaten erschossen und dessen Vater von den Nazis zur Zwangsarbeit eingezogen wurde, kam 1945 als Angehöriger der Roten Armee nach Oppeln. Bereits im Oktober 1945 beauftragte die damalige Woiwodschaftsführung eine Untersuchungskommission, die bekannt gewordenen Vorfälle vom 4. Oktober zu untersuchen. Derweil wurde Geborski zur Miliz nach Kattowitz versetzt. 1947 wurde die Untersuchung eingestellt, das aufschlussreiche Aktenmaterial 1969 vernichtet. 1957 wurde er noch einmal unter Mordanklage gestellt; doch dieser Prozess vor dem Woiwodschaftsgericht Oppeln endete zwei Jahre später mit einem Freispruch. Unterdessen machte Geborski als Milizionär in Kattowitz Karriere. Er erhielt den Verdienstorden und die Grunwald-Medaille. Erst mit der Wende wurde es möglich, die deutschen Berichte über das Lager Lamsdorf ohne eine politische Einflussnahme zu überprüfen. Vor allem die Staatsanwaltschaft Hagen leistete ertragreiche Amtshilfe, in dem sie ihr gesamtes Aktenmaterial zu Lamsdorf der Staatsanwaltschaft Breslau überstellte, die 1998 das Verfahren gegen den jetzt Angeklagten wegen „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ erneut ins Rollen brachte. Der Freispruch von 1959 erschwerte allerdings die Beweisaufnahme, da die geltende Rechtslage untersagt, einen einmal ausgesprochenen Freispruch in Frage zu stellen. Erst die Erkenntnis, dass von den Untersuchungen von 1945 bis 1947 keine Unterlagen mehr vorhanden waren und beim Prozess in den 1950er Jahren kein Freispruch hinsichtlich des Barackenbrandes erfolgte, ermöglichte eine erneute Anklage. Die Staatsanwaltschaft hat angekündigt, 150 Zeugen vorzuladen und weitere 150 schriftliche Zeugenaussagen verlesen zu lassen.

Unterdessen beantragte die Verteidigung, den Beschuldigten auf seine Prozesstauglichkeit untersuchen zu lassen. Sollte der Antrag abgelehnt werden, wird der Mordprozess vor dem Woiwodschaftsgericht am 27. Feb. 01 fortgesetzt.  

http://www.mitteleuropa.de/lamsdorf.htm

http://www.slonsk.de/Slonsk/Aahe/GeborskiSuggestionen.htm

 

Polnisch:

Lager Kommandand - Verbrecher
Czeslaw Geborski - Nach-Kriegsverbrecher
Kommandant in KZ-Lamsdorf

ZBRODNIARZ STALINOWSKI WCIAZ MIESZKA WSROD NAS

Od lipca do wrzesnia 1945 funkcjonariusz MO Czeslaw Geborski pelnil funkcje komendanta tzw.obozu przejsciowego w Lambinowicach. W obozie tym wieziono mieszkancow powiatu niemodlinskiego, ktorych komunistyczne wladze zamierzaly wypedzic do Niemiec. Wiekszosc osadzonych stanowily kobiety, dzieci i starcy.Wiezniowie poddawani byli okrutnym torturom. Wedlug szacunkowych danych z okolo 8 tysiecy Gornoslazakow przetrzymywanych w obozie zginelo ponad 6 tysiecy. Z zeznan tych, ktorzy przezyli wynika, ze Czeslaw Geborski odznaczal sie szczegolnym bestialstwem. Dnia 28 maja 1997 Liga Republikanska, Ruch Autonomii Slaska oraz Zwiazek Ludnosci Narodowosci Slaskiej zorganizowaly pikiete pod domem kata Lambinowic w Katowicach-Zawodziu,przy ul.1 maja 48 (kolo rektoratu Akademii Ekonomicznej).Informowaly o niej rozglosnie radiowe, prasa katowicka, opolska, oraz niemiecka, zwiazana z organizacjami ziomkowskimi, oraz lokalna telewizja. Ton relacji byl dosc zroznicowany. W niektorych pobrzmiewala nuta wspolczucia dla starego, schorowanego czlowieka nekanego przez politycznych awanturnikow. Organizatorom zarzucano ostracyzm i lekcewazenie procedur prawnych. Czeslaw Geborski zaprzeczyl wszelkim zarzutom, powolujac sie na uniewinniajacy go wyrok Sadu Rejonowego w Opolu z 1949 roku. Podczas tego procesu Cz.Geborskiem i jego wspolpracownikowi Ignacemu Szypule zarzucano, ze:

-latem 1945 podczas dochodzenia w sprawie rzekomej ucieczki jednego z osadzonych,prowadzonego przez Geborskiego i Szypule, wiezniow bito i kopano, w wyniku czego 9 z nich zmarlo.

-w wyniku tortur smierc poniosl Jozef Grencer, ktory powrocil z niewoli radzieckiej

-w drugiej polowie 1945 z winy 5 straznikow smierc poniosla kobieta bedaca w 9 miesiacu ciazy. Nastepnie zastrzelono je 2letnia corke, gdy skladala kwiaty na grobie matki

-w drugiej polowie 1945 Geborski i Szypula obcieli pila chora noge nauczycielowi Wolfowi z Bielic, w wyniku czego ten zmarl

-do jednego z barakow pod pretekstem wydawania mleka zwabiono dzieci, do ktorych strzelano. Kilkoro ponioslo smierc

-podczas apelu geborski zatlukl na smierc Hermana Kowola z Bielic

-Geborski zatrudnil 35letniego mezczyzne

-w lecie 1945 Geborski zastrzelil podejrzanego o przynaleznosc do SS

-w drugiej polowie 1945 Geborski polecil straznikom mordowac codziennie 10 osob

-w drugiej polowie 1945 Geborski polecil straznikom rozstrzelac grupe wybranych 10 osob

-17 sierpnia 1945 Szypula polecil jednemu z wiezniow polozyc sie na drodze, po czym przejechal po nim kilkakrotnie bryczka, powodujac jego smierc

-8 wrzesnia 1945 Szypula zabil Marte Prousner z Kuznicy Ligockiej

-12 wrzesnia 1945 Szypula uderzeniem butelki w glowe spowodowal smierc Jana Henkla z Kuznicy Ligockiej

-4 pazdziernika 1945 Szypula spowodowal podpalenie jednego z barakow. Geborski pod pretextem usmierzenia buntu wydal rozkaz uzycia broni, w wyniku czego zginelo wiele osob

Zarzuty te okreslono jako nie budzace watpliwosci, szareg innych odrzucono w trakcie sledztwa ze wzgledu na sprzeczne badz niejasne zeznania swiadkow.

Proces rozpoczety w marcu 1958 trwal do kwietnia 1959, kiedy to sad kierujac sie zasada rozstrzygania wszelkich watpliwosci na korzysc oskarzonego wydal wyrok uniewinniajacy. Sedziowie doszukiwali sie sprzecznosci w zeznaniach swiadkow, majacych rzekomo znajdowac sie pod wplywem rewizjonistycznej propagandy.

(za Gazeta AnArche nr.49)

 

Brigitte Jäger-Dabek

Wende im Lamsdorf - Prozeß?

Verhandlungen nach Sommerpause wieder aufgenommen

Glaubwürdige Zeugin

Nach langer Sommerpause wurde am 19. Oktober im Oppelner Bezirksgericht der Prozess gegen Czeslaw Geborski, den ersten Kommandanten des Lagers Lamsdorf fortgesetzt. Geborski wird von der Staatsanwaltschaft beschuldigt, im Herbst 1945 den Brand einer Lagerbaracke geplant und durchgeführt zu haben, in dessen Verlauf mindestens 48 Deutsche auf seinen Befehl getötet wurden. Fünf Zeugen sollten an diesem Verhandlungstag gehört werden, von denen nur zwei erschienen, die dritte Zeugin war verzogen, zwei weitere Zeugen sind inzwischen verstorben. Eine Wende im Prozess war die Aussage von Malgorzata Klejman, der ersten Zeugin die aussagte, das Barackenfeuer mit eigenen Augen gesehen zu haben. Alle bisherigen Zeugen hatten Geborski nicht belastet, denn sie wussten von den Ereignissen des 4. Oktober 1945 nur durch Erzählungen Dritter. Malgorzata Klejman war zur Zeit des Kriegsendes 16 Jahre alt und damit um zehn Jahre älter als die jüngsten der bisher gehörten ehemaligen Lagerinsassen. "Sie verhafteten mich und sperrten mich in einem Keller irgend eines Falkenberger Hauses ein. Im Mai 1945 brachten sie uns aus diesem Keller nach Lamsdorf. Ich kam in eine Baracke mit jungen Leuten", bezeugte sie. Unter den Wachmännern erinnert sie sich noch besonders an Ignacy Szypulla, die rechte Hand Geborskis, der habe als einziger Aufseher eine Uniform getragen und sei überaus brutal gewesen, mehr als einmal sei es vorgekommen, dass er Gefangene getötet habe, berichtete die Zeugin. "Ich sah das Barackenfeuer, die Wachen trieben uns hin. Wir mussten Sand mit bloßen Händen sammeln und ins Feuer werfen. Andere Gefangene, die aufs Dach getrieben worden waren, fielen mitten ins Feuer, als das Dach einbrach. Sie verbrannten wohl", erklärte Malgorzata Klejman. Die Zeugin versicherte sie habe gesehen, wie Wachmänner die hinter dem Zaun standen, auf die Gefangenen schossen, unter ihnen sei auch Geborski gewesen. Dann habe sie die Leichen um den Ort des Feuers herum liegen sehen. "Später kam eine Kommission, die den Kommandanten ablöste. Es wurde etwas besser und wir hatten etwas mehr Bewegungsfreiheit im Lager. Auch das Essen wurde ein wenig besser" erinnerte sich Malgorzata Klejman. Im Gegensatz zu den bisherigen Zeugen habe sie auch das Buch "Die Hölle von Lamsdorf" von Dr. H. Esser nicht gelesen, versicherte sie. Die Verteidigung konnte ihr daher auch nicht vorwerfen, sie habe sich davon beeinflussen lassen. Geborskis Verteidiger Zbigniew Konowalczuk versuchte die Glaubwürdigkeit der Zeugin in Frage zu stellen, indem er erklärte, nach bisherigen Ermittlungen seien zum Löschen des Barackenbrandes keine Frauen eingesetzt worden.

Die große Flucht - Das Schicksal der Vertriebenen

DIE HÖLLE VON LAMSDORF.

Wir veröffentlichen dieses - im ungekürzten Original noch viel grauenhaftere - Dokument aus der polnischen Hölle, weil wir der Meinung sind, dass die, von den gleichgeschalteten Medien, beeinflusste, Öffentlichkeit, überhaupt keine Ahnung hat, welche unglaublichen Verbrechen die tschechischen und polnischen und russischen Verantwortlichen an der hilflosen deutschen Zivilbevölkerung nach Kriegsende begangen haben. Untaten, die heute aber von den deutschen Politikern und Medienvertretern im Zuge einer völlig einseitigen "Versöhnung" ohne "Wenn und Aber" totgeschwiegen und für nicht existent erklärt werden.

UND: Nicht wir Deutschen, sondern ein Pole schreibt über das größte - nach 1945 - polnische Konzentrations-Lager in Lamsdorf für Deutsche. Wie man sieht, gibt es in jedem Land Menschen, die den Mut aufbringen und das Risiko auf sich nehmen, für die Wahrheit einzutreten, gegen den bestimmenden Zeitgeist. Die Zeitschrift "Zły" (Böse) war herausgegeben durch Herrn Jerzy Urban, früherer Presse-Sprecher der VRP, und verantwortlicher Redakteur war seine Frau. Vor paar Wochen wurde die Zeitschrift durch Warschau praktisch verboten. Der Autor des Interviews mit dem Stellvertreter des Kommandanten von Lamsdorf, Ignac SzypuIa, ist der bekannte Schriftsteller Janusz Rudnicki. Der Kommandant von Lamsdorf, Czeslaw Geborski, wohnt in der Nähe der Staatsanwaltschaft in Kattowitz und bleibt weiterhin unbehelligt von Justitia. Wie lange wird sich die Regierung in Warschau mit dem EU-Beitritt befassen, ohne Stellung zu beziehen gegenüber solch einem ungeheuerlichen Verbrechen?

POLNISCHE SCHANDE.

Wir haben nicht vergessen, wer begann den Zweiten Weltkrieg, auch nicht, wer erbaute das Lager Lamsdorf. Relation, welche vorgestellt wird vom hervorragenden polnischen Schriftsteller der Neueren Geschichte, Janusz Rudniki, zeigt den Zeitabschnitt des Lagers, als die Henker wir waren - Polen.

Das Dorf Lamsdorf liegt 30 km südwestlich von Oppeln. In den Jahren 1870-1871, in der Zeit des preußischfranzösischen Krieges, entstand hier das Gefangenen-Lager. Während des Zweiten Weltkrieges befand sich hier einer der größten Lager-Komplexe für Gefangene der Wehrmacht. Man schätzt, dass durch das Lager gingen ca. 380.000 Gefangene, davon etwa 200.000 russische. Den Tod von über 42.000 Menschen symbolisiert das Denkmal der Martyrologie von Kriegsgefangenen in Lamsdorf.

Am 18. Juni 1945 erging eine vertrauliche damals Anordnung des Wojewoden für Schlesich-Dombrowa in Sachen Polnisierung von Oppelner Schlesiern. Ein Fragment des Original-Textes:

"Bedingungslose Entfernung der Deutschen aus ihrem landwirtschaftlichen Besitz und sie hinter die Oder-Neiße schicken oder sie mit ganzen Familien an einem abgesonderten Ort ansiedeln, wenn Siedler und Repatrianten kommen, die auf diesen Gehöften angesiedelt werden sollen."

Diese Anordnung unterschrieb Wojewoda, Divisions-General Alexander Zawadzki.

14. Juli 1945- Landrat von Niemodlin Wladyslaw Wedziocha organisierte eine vertrauliche Beratung in Sachen "Lösung des Problems der Nationalität" in Kreis Niemodin.

Fragment des Original-Textes:

"Man entschloss sich für das Straflager für Kriegsgefangene in Lamsdorf, in dem man ohne Schwierigkeiten etwa 20.000 Menschen unterbringen konnte"

Czeslaw G. (Gemborski), war Kommandant des Lagers von Ende Juli 1945 bis zum Tag seiner Verhaftung am 30. Oktober 1945.

Die Deutschen behaupten, dort starben 6.000 Personen.

Czeslaw Gemborski wurde nochmals verhaftet im Juni 1956 Freigesprochen in Jahre 1959. Der Prozess war eine Farce.

Czeslaw Gemborski wohnt bis heute völlig unbehelligt in Oppeln. Ignaz Sz (Szypula), der Vertraute von Czeslaw Geborski, starb im Jahre 1973. wahrscheinlich fiel er betrunken vom Balkon, obwohl Czeslaw G. das bestreitet. Sogar das."

Der Henker von Lamsdorf, Ignacy Szypula, berichtet:

"Mein Vater überlebte 4 Jahre deutsche Lager, danach lebte er im Gips-Korsett, später im Gips-Bett, und starb, denn man hatte ihm 4 Wirbel der Wirbelsäule beschädigt. Meinen Bruder haben mir die Deutschen im Jahre 1944 getötet, meine Mutter wurde nach dem Krieg 4mal operiert und starb, ich lebe noch. Aber kann sterben. Ich gehe zu Ende wie dieses Jahrhundert, Jahrhundert des Teufels, jeder muss mir Recht geben. -

Nicht mehr lange gehe ich dort, wo ich selbst geschickt habe.

Wie viele? In Deutschland leben noch ein paar, die scheißen weich, wenn sie meinen Namen hören, reicht es?

Ich heiße Ignac Sz. (Szypula), im Lager bekannt als "pan Ignac" (Herr Ignac). In unserem Lager, für sie (die Deutschen).

Tod für Tod. Dachten, dass was, dass sie ein Patent haben zum Töten? Wer sollte Gerechtigkeit ausüben, die Geschichte? Und warum nicht ich, ein Pole? Mit Namen Ignac, Nachname Sz.?

Sofort, auf der Stelle und von der Hand.

Den Verstand habe ich nicht löffelweise gegessen, aber das Hirn habe ich anderen befohlen zu essen, direkt von der Erde, reicht es?

Ich beginne von Anfang.

Man sagte mir kurz, "du wirst im Lager arbeiten." Sie gaben keine Richtlinie. Sie sagten, du kennst deutsche Lager, selbst hast du gesessen, dein Chef G. auch, da wisst ihr ja. Gut.

Zuerst musste man kraft des Abschnittes XIII des Potsdamer Vertrages das Gesindel zusammenklauben. Dreieinhalb Millionen dieses haben wir nach Deutschland ausgesiedelt. Verifiziert, ausgesiedelt und umgesiedelt. Alles, was deutsch, nach Deutschland! Und da schnell!

Im Juli 1945 lagerten am Bahnhof in Oppeln 20.000 Unsere aus dem Osten! Sollten wir warten? Bis was, dass die Deutschen von selbst verschwinden? Wir haben ihnen das Leben schwer gemacht, wie wir nur konnten. Sie versteckten sich wie Mäuse, wenn sie einen von uns in Uniform sahen, aber sie saßen.

Wir packten ihnen die Repatrianten in ihre Häuser. Mussten zusammen wohnen, sie erstickten fast wie in der Hölle, aber sie blieben.

Wenn so, da haben wir angefangen. Von Bielic. Wir sind angefahren mit LKW im Morgengrauen. Das Militär umzingelte das Dorf und wir, die Miliz, und die Sicherheitspolizei zogen sie aus den Häusern. Alles, was deutsch ist, in 5 Minuten raus. Sachen auf sich und auf die Weide, mit dem Vieh! Wussten nicht wozu, wussten nicht wohin, wie das wohin?!

Raus aus Polen! Nach Deutschland!  Nach Hause! Mit kleiner Haltestelle für eine Übergangs-Ruhepause, in Lamsdorf. Beim "Herrn Ignac".

Manche kamen aus dem Haus barfuss, direkt aus dem Bett, manche mit schlafenden Kindern auf dem Arm. Manche wollten uns narren, probierten polnisch zu sprechen, nix da, an den verlausten Kopf und raus aus der Bude. Jetzt sind sie Polen!?

Mit der Hand Kopfschläge oder mit dem Kolben und auf den Weg.

Haj-li Haj-lo, Haj-la, Hitler-Lieder befahlen wir ihnen zu singen. Unterwegs auch in die Schnauze (w drodze -teź wpierdol).

Heiß war es, schleppten sich, da prügelten wir. Alte mussten gestützt werden, von den Jungen. Damit sie das Tempo mithalten konnten.

Wir trieben sie aus Gracz, Jaczowic, Jakubowic, Klucznika, Korfantowa, Kuznicy Logockiej, Ligoty Tulowieckiej, Lipowa, Lipna, Magnuszowie, Oldrzyszowic, Przechoda, Szydlowa, an alle kann ich mich nicht erinnern. Zusammen waren es an die 30 Dörfer. Etwas trieben wir auch zusammen aus Niemodlin und Prudnik.

Sie gingen nach Lamsdorf wie die Ameisen unter unseren schweren polnischen Stiefeln.

Es gab auch welche, die sangen "Pod Twoja Obrone" (Unter deine Obhut Herr). Jetzt da sind sie Polen!

"Arbeits-Lager in Lamsdorf", so war die Überschrift über dem Eingangstor. Jetzt werdet ihr sehen, was ihr ausgedacht habt.

Ich habe es ausgedacht? Oder irgend ein Pole? Mich anklagen? Für was? Ich habe ausgedacht das Töten Unschuldiger für Schuldige? Ich habe ausgedacht das Gipsbett für meinen Vater?

Im Lager hinter dem Tor wartete auf sie die Gerechtigkeit. Wartete auf sie unser Chef, Czeslaw Geborski, 20 Jahre alt, so wie wir. Unser Mann, von den Deutschen hat er seins gelitten. War bei unseren Partisanen. 1944 fiel er in ihre (deutschen) Tatzen und saß im Lager Myslowitz. Partisanen-Abteilung (Czarny) befreite ihn aus dem Transport nach Auschwitz.

Gleich 1945 nach der Befreiung trat er in die MO (Bürgermiliz) ein, um in Schlesien die Deutschen auszurotten. Jung war er und schon Feldwebel.

Wartete auf sie sein Stellvertreter Stanislaw D., Edek Z., Antek K., unser polnischer Deutsche Jan F., und Herbert P. .und andere und auch ich, die rechte Hand des Chefs, Ignac.

Die Gerechtigkeit ließ sie vor der Baracke stehen und warten auf die Registrierung, es konnte auch mal den ganzen Tag sein.

Die Registrierung haben wir angefangen mit einer gründlichen Durchsuchung. Wir nahmen alles. Eine versteckte ihren Ring in den Haaren, wir schnitten sie ab. Wir nahmen und prügelten. Mit Kolben, Händen, Füßen. Alte, Junge, Frauen. Alles, was sich bewegte, außer Kindern. Zum "Guten Morgen", psychologisch, wie der Czesiek Geborski sagte, damit man den Gehorsam in ihnen zupflügt.

Ich erinnere mich, wie wir solchen sechs Helme auf die Köpfe setzten und prügelten drauflos so lange, bis Blut über die Augen floss. Die hatten trotzdem noch Glück.

Einmal erblickten wir einen mit einem Bart, der kam gar nicht in die Baracke zur Registrierung, Judas. Johann hieß er, Johann L. Wir zogen ihn am Bart in die Werkstatt und dort schraubten wir ihm den Bart in den Schraubstock und zündeten den Bart an, damit er aussieht wie ein Bettler. Er schrie, daß er Kinder hat. Die Reste vom Bart schnitten wir mit dem Messer ab, mit der Haut!

Mit Zangen rissen wir ihm die Fingernägel aus, einen nach dem anderen. Dann steckten wir ihm eine Schulter in den Schraubstock und brachen sie. Mit der anderen dasselbe.

Dann haben wir angefangen, ihm mit Schlüsseln auf den Kopf zu klopfen, puk, puk, ist da wer? Und dann hämmerten wir auf den Schädel, es gluckste, Knochen krachten…

Geteilt haben wir die Baracken so:
Für Männer, für Frauen, Frauen mit Kindern und Frauen, die arbeiten konnten. Und Ruhe. Keiner kennt den anderen. Sollte irgendein Mann zu seiner Frau ein Wort sagen oder eine Frau zu ihrem Mann oder Kind sagen, Prügel. 25 Schläge.

Einmal sah eine Frau ihren Mann, lief zu ihm, was haben wir gemacht.

 Drei Tage in der Sonne ohne Essen und Trinken. Sie hielten sich an den Händen und lagen. Es gab kein Mitleid.

Von der Erde in die Krankenstube, von der Stube unter die Erde!

Einer hat mich mal gebeten, ich möchte ihn doch nicht töten, sondern erst nächsten Morgen, er möchte gern noch seine Frau sehen, er hat sie nicht gesehen!

Meine Nummer 14 am Tag der Feuersbrunst, aber ich komme noch darauf.

Der Tagesablauf sah so aus: Um 6 Uhr wecken, aufstehen und auf den Platz. Laufen - fallen - kriechen - laufen. Alt nicht alt. Krank nicht krank, "Morgengymnastik" auf polnisch. Kommando und abzählen auf polnisch, von eins bis wie viele es waren.

Wer nicht konnte, wer falsche Zahl zahlte, Prügel, alt oder krank. Mit Knüppeln, Füßen, Händen. Wir prügelten so lange, bis.... Wer krepierte, der krepierte. Schuhe runter und ins Loch mit dem Aas. Manchmal, zum Zeitvertreib, befahlen wir einigen, auf die Bäume zu klettern bis in die Wipfel. Andere wiederum mussten die Bäume absägen. Sie sind runtergefallen wie Birnen.

Gemborski hat mal einem befohlen, auf den Baum zu klettern und schreien, ich bin ein Affe! Und wir haben geschossen, bis er runterfiel! Schuhe runter und ins Loch, ob er lebte oder nicht, seine Sache. Dann Appell, Einteilung in Arbeitsgruppen im Lager und außerhalb. Um 12 Uhr Ruhepause, dann wieder Arbeit, am Abend, um 20 Uhr Ruhe.

Ich sage Prügel, aber solche Prügel muss man sehen! ... Wir droschen, wie das Korn auf der Tenne. Haut und Fleischfetzen hingen in Streifen. Sie lagen in der Krankenstube und waren am Krepieren. In den Wunden tummelten sich Klumpen von Fliegen. Eins sage ich dazu, dass keiner von uns sie vergewaltigt hat. Der Tod war für sie die Erlösung. Sie starben an Blutvergiftung.

Wir hatten keine Pferde, da haben wir vor den Pflug und die Egge Männer vorgespannt. Vor den Pflug 12, vor die Egge 8 bis 12, es kam darauf an, wie stark sie waren. Es kam vor, dass auch Frauen ziehen mussten. Wir hatten keine Autos, da spannten wir sie auch vor einen Wagen oder Anhänger, um Proviant zu holen, z.B. Oder vor eine Kutsche, um mit dem Kommandanten spazieren zu fahren.

Wie richtige polnische Herren!

Fünfzehnten September spannten wir vor den Wagen 16 Mann, denn wir mussten schweres Gerät ins Dorf bringen. Wir prügelten sie mit Stöcken, was das Zeug hielt, sie schafften es. Auf dem Rückweg, im Wald, haben wir etwas herumgeschossen. Die Hälfte von ihnen (Männern) haben wir mit Schüssen zum Teich getrieben und ersoffen. Sechs davon haben uns zum Lager gezogen. Drei davon haben vor Schreck die Sprache verloren, einer hat sich selbst erhängt.

Wir schossen auf die Leute in den Bäumen, wie auf Affen, schossen in die Leute wie auf Fliegen. Einmal sind zu viele Weiber in die Latrine reingegangen, ich schoss eine ganze Serie in sie hinein. Manche bekamen in den Bauch, andere in die Brust. Die Kugeln trafen wie das blinde Los. Stöhnten, jammerten, röchelten. Ins Loch damit! Damit keine Spur bleibt, unter die Erde. Sie bogen und krümmten sich in der Erde, wie große Würmer, wir schütteten sie mit Sand zu. "Herr Ignac" kannte kein Mitleid. Aber jeder kannte "Herrn Ignac". Höchstens, dass nicht, da prügelte ich, oder ich gab Befehl zum Prügeln.

 Zwei junge Hurensöhne gingen an mir vorbei, so an die 15 Jahre. Weder "Achtung", "Morgen", Einer musste den anderen prügeln. Über einen Hocker und 25 auf den Arsch. Geschont haben sie sich, da habe ich ihnen gezeigt, wie es geht. Mit einem dicken Kabel. -

Wir prügelten und töteten. Wir haben sie ausgesiedelt aus dieser Erde. Lehrer, Pl Beamte, Kaufleute, Geistliche haben die Vorfahrt gehabt. Wir begossen sie mit Sejche, bewarfen sie mit Scheiße, unter die Fingernägel trieben wir ihnen Nägel ein.

Einem Schuster aus Bielic, 58 Jahre, (1 sprang ich so lange auf dem Rücken herum, bis er krepierte. Seinem Kumpel aus demselben Dorf, 65 Jahre, kam das Hirn heraus, so habe ich ihm mit in dem Kolben den Schädel zertrümmert. Einen erschoss ich, weil er Brillen trug, so ein Intelligent. - --

Zusammen mit dem Chef, Czeslaw G., haben wir dem Lehrer Wolf aus Bielic mit der Säge sein krankes Bein abgesägt. Er schrie sich zu Tode. Wir erschossen eine Frau im 9. Monat schwanger -. dann auch ihre kleine Tochter, als sie Blumen legte auf das Grab der Mutter.

Auf dem Lagergelände streunten Tag und Nacht hungernde Kinder. Waisen oder Getrennte von ihren Müttern. Bettelten vom Fenster zum Fenster und starben leise.

Eines Tages gaben wir bekannt, da» wir in der Baracke Milch haben für die Kinder. Sie kamen, wir erschossen sie!!! Janek F. war gut, er musste gut sein, denn bis zum Ende war er nicht einer von uns.

Eine Mutter mit ihrem Baby auf dem Arm bat um Suppe, er schlug zu, direkt aufs Köpfchen. Und dann prügelte er die Mutter, sie floh vor ihm mit einer roten Kugel im Arm (blutiges Köpfchen des Kindes).

Wir klopften ihm anerkennend auf die Schulter, dass er wenn auch nicht einer von uns, so doch wie unser. Janek F. tötete zig Babys, gleich zwei auf einmal. Er zertrümmerte die Köpfe, indem er sie zusammenschlug.

Wir verboten für die Toten Kreuze aufzustellen.

Paar Frauen mit Kindern wollten es doch tun, fielen erschossen gleich auf ihre Männer, Väter und Kinder. Wen wir nicht erschlagen haben, der krepierte an Hunger oder Krankheit. An Typhus starben sie wie die Fliegen. Läuse fraßen ihnen die Haut so, dass man blanke Rippen sehen konnte.

So oder so haben wir zu wenig getötet. Czesiek G. wollte wenigstens zehn (10) am Tag.

Später mehr und mehr, Dörfer mussten schließlich geräumt werden für unsere, aus dem Osten, denn sie nächtigen im Bahnhof in Oppeln, aber das habe ich schon geschrieben.

Am 4. Oktober zündeten wir zusammen mit D. die Baracke Nr. 12 an. Vorher haben wir alle getrunken.

Da war nicht was zu löschen, aber den Frauen haben wir befohlen, Wasser und Sand zu schöpfen, den Männern das aufs Dach tragen, schütten und löschen. Wir schossen, wenn sie runter wollten. Das Dach ist eingebrochen, die Männer fielen rein und verbrannten. Die, die Angst hatten, näher zukommen, warfen wir ins Feuer. Die Familienmitglieder flehten uns auf Knien an, es gab kein Mitleid, der Ehemann brannte vor den Augen seiner Frau und umgekehrt.

Czeslaw 6. gab Befehl zum Schießen, weil angeblich Aufruhr der Gefangenen, weil es brennt, und sie wollen fliehen. So fingen wir an zu schießen. Wir haben geschossen alle in alle.

Wer kann das heute zusammenzählen, paar hundert Getötete könnten es sein. Aus der Nähe, aus der Ferne, wie sie standen oder flohen. Jeder von uns hat laut gezählt, wie viele er hat. D., der Vertreter von Czeslaw G. tötete sechsundvierzig, ich verlor die Übersicht. Aus der Krankenstube zog ich ein altes Weib heraus und zertrümmerte sie gleich am Graben, ich tötete einen Vater von 6 Kindern, denn nach dem Feuer brach er psychisch zusammen.

Die letzte Leiche an diesem Tag war von mir. Mit einem Schuss in den Hinterkopf erschoss ich den Sanitäter, er trug eine Armbinde des Roten Kreuzes, und trug Suppe für ein krankes Kind-. Herbeigerufen habe ich zwei, damit sie ihn auf einer Trage zum Graben bringen, da bei dem Toten das Hirn zu sehen war, befahl ich ihnen, es zu essen. Sie wollten nicht, ich prügelte sie- mit dem Kolben.

Tote und Schwerverwundete haben wir befohlen in Gräben zu werfen und zuschütten. Die Erde bewegte sich, man hörte das Röcheln, die Totengräber mussten solange darauf trampeln, bis sich die Erde aufhörte zu bewegen und es war still.

Durchgeführt wurde die Exhumierung der Leichen von Soldaten der Roten Armee. Wir haben befohlen, die aus der Erde herauszuholen, die ihre (deutsche) Soldaten dort vergraben haben. Mit bloßen Händen, Männern und Frauen. Von den Leichen stank es wie aus der Hölle, verwest waren sie schon so, dass ihre Teile man sogar in den Stiefeln hatte.

In manchen Gräbern waren die Leichen so verwest, dass, wenn wir jemanden reinwarfen, der kam aus dieser schleimigen Masse nicht mehr raus.

Wir vergruben  auch solche, die nur ohnmächtig wurden. Sie kamen zu sich als man Sand auf sie schüttete. Sie schrieen wie irre. Die Totengräber vergruben sie in so einem Fall im Eil-Tempo.

Wenn mich heute jemand fragen würde, ob ich diese Schreie höre, da nein, ich höre nicht. Für Sünden bereue ich nicht. Amen.

Janusz Rudnicki